GSO Uwe Storch im Portrait: Vom Handkäs zum Handzettel…

GSO Uwe Storch im Portrait: Vom Handkäs zum Handzettel… 2018-08-02T22:11:18+02:00

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GSO Uwe Storch im Portrait: Vom Handkäs zum Handzettel…

Mit dem Fußballspielen begonnen hat Uwe Storch bei der SG Harheim, beheimatet im Norden von Frankfurt am Main. Und damit im gleichen Verein wie der spätere Bremer und Schalker Keeper Oliver Reck. Mit dem hat Uwe Storch nicht nur die Position Torwart, sondern auch das Gardemaß von 1,93 m gemein. Was dem mittlerweile in Stegaurach-Hartlanden wohnenden Steigerwälder Obmannes erspart geblieben ist, ist der Spitzname des Ex-Profis, der wenig schmeichelhaft aufgrund des einen oder anderen spektakulären Torwart-Fehlers „Pannen-Olli“ genannt wurde. Von einem „Pannen-Uwe“ hingegen haben wir zumindest bisher noch nichts gehört.

Im Juniorenbereich in der Hessenliga

„Angefangen habe ich mit sechs oder sieben Jahren.“, erinnert sich der mittlerweile 58-Jährige an seine ersten Berührungspunkte mit dem Fußball. „Es gab für uns nichts anderes, wir spielten nach der Schule, bis die Kirchturmuhr geläutet und das Zeichen gegeben hat, dass wir nach Hause müssen…“. Uwe Storch spielte im Juniorenbereich sogar in der Hessenliga und hat noch heute Kontakte in die „alte Heimat“ zu seinen Mannschafts- und Schulkameraden. Einmal im Jahr trifft er sich mit ihnen in Frankfurt. Ins Bamberger Land verschlug es den Diplom-Kommunikations-Fachwirt aus beruflichen Gründen. Und in seinem Büro in unmittelbarer Nähe der Kettenbrücke sagt er voller Überzeugung: „Wir sind hier in der schönsten Stadt Deutschlands!“ Und er legt nach: „Die Menschlichkeit der Franken ist unübertroffen.“Als jemand, der beruflich im Jahr 150.000 Kilometer für die Firma exceet im Bereich „Loyalty und Gift Card Programme“ unterwegs ist und demnach viel in Deutschland und Europa herumkommt, ein nicht nur emotionales, sondern auch fundiertes Statement. Momentan arbeitet er gemeinsam mit dem BFV und mit BSW an einem Bonuskarten-System für Ehrenamtler. Über die ARAL-Sammelbildaktion hat er darüber hinaus Kontakte zu Profi-Vereinen wie Bayern München, Hoffenheim, aber auch Jena. „Es ist unheimlich interessant, da einen Einblick zu bekommen. Für einen, der den Fußball liebt, ist das keine Arbeit im eigentlichen Sinne…“, grinst er zufrieden.

Aus beruflichen Gründen nach Oberfranken

Dass sich der 1,93 m große Hesse in Oberfranken so wohlfühlt, dafür hat auch der Fußball gesorgt. „Am Anfang war ich der Fremde und lange war ich der ‚Auswerrdische’… Aber Fußball und Vereinsleben verbinden!“, weiß er deshalb aus eigener Erfahrung zu berichten. Bereits in Frankfurt hat er mit 15 Jahren seinen Schiedsrichter-Schein gemacht und parallel zum aktiven Fußball Spiele geleitet. „Ich bin froh, dass ich mich früh dafür entschieden habe, Schiedsrichter zu werden. Denn zum einen war es sicher persönlichkeitsbildend für mich, zum anderen habe ich mir mein Disco-Geld verdient…!“ Über seinen Sohn, der beim SV Frensdorf das Fußballspielen begann, kam der Eintracht Frankfurt-Fan nach einer längeren Pause wieder in Kontakt mit der Schiedsrichterei. „Ich habe mich bei einem Spiel fürchterlich über den Schiri aufgeregt. Dann hat mich Friedrich Biesenecker dazu gebracht, wieder einzusteigen. Weil ich zudem außer Bleistift-Stemmen im Büro keine sportliche Betätigung hatte, bot sich das an.“ So nahm er an einem Neulingskurs teil und legte die Schiedsrichter-Prüfung im Januar 2016 erneut ab, zusätzlich kurze Zeit später den Kreisliga-Lehrgang. „Ich war ja kein richtiger Anfänger, schließlich hatte ich bereits Erfahrungen gesammelt.“

Er kam allerdings in keiner leichten Phase zu den Steigerwälder Schiedsrichtern. „Die Gruppe stand kurz vor der Auflösung.“, erinnert er sich. „Ich bot mich an, mitzumachen und ‚Indianer-Arbeiten‘ zu übernehmen.“, blickt er zurück. Sein Einstieg in die Funktionärsschiene war das Amt des Einteilers. „Das war nicht leicht, denn ich kannte keinen einzigen Schiedsrichter… Aber Christian Martin hat mir da sehr geholfen.“ Schließlich übernahm er das Amt des Obmannes, „weil ich keine Angst vor neuen Aufgaben habe, bin ich dann nach und nach in dieses Amt hineingewachsen.“ Und diese Aufgabe geht er noch immer mit viel Herzblut an. Mittlerweile ist er auch noch Kassenwart. Die neben Beruf und Schiedsrichterei dünn gesäte Freizeit verbringt Uwe Storch gerne in seinem Garten.

Am liebsten „schwierige“ Spiele…

Sein bisheriges Highlight als Schiedsrichter für die Gruppe Steigerwald war ein Freundschaftsspiel der U17 Mannschaften von Greuther Fürth „und meinem Verein Eintracht Frankfurt.“, wie der gebürtige Frankfurter sagt. „Mit der Spielleitung hatte ich keine Probleme.“, erinnert er sich. Verwunderlich allenfalls für die Frankfurter Fußballer, dass sie im fernen Schlüsselfeld von einem Schiri auf Hessisch angebabbelt wurden… „Ansonsten leite am liebsten die schwierigen Spiele. Beispielsweise solche, die als hitzige Derbys bekannt sind.“ Meist geschieht dies im Austausch, denn die Gruppe Steigerwald vor allem mit der Bamberger, aber auch anderen Gruppen rege betreibt. „Der Sinn ist der, dass es zum einen für die Schiedsrichter interessanter ist und zum anderen eine absolute Neutralität von vorneherein nicht in Zweifel gezogen werden kann.“, erklärt er. „Bis zu meiner Verletzung im Oktober hatte ich im vergangenen Jahr bereits über 60 Spiele geleitet – meist als mein eigener Springer…“ Sein persönlicher Rekord stammt aus den Tagen rund um den 3. Oktober 2016. „Da kam ich von Freitag bis Montag auf acht Spiele, weil ich zu wenige Schiedsrichter hatte.“

Momentan auf Eis gelegt

Bei einem Austauschspiel in der Kreisliga Erlangen-Pegnitzgrund war es dann, als er sich im Oktober 2017 während des Spiels eine schwere Verletzung zuzog. Mittlerweile ist er zwar operiert und in der Rekonvaleszenz, aber Spiele zu leiten ist noch nicht möglich. „Ich habe früh ein Damen-Spiel geleitet und nachmittags die KL-Partie Lonnerstadt gegen Niederndorf. Nachdem ich mich verletzt hatte, holte ich in der Halbzeit die beiden Kapitäne zu mir und erklärte ihnen die Situation. Schlussendlich habe ich es durchgezogen, war aber froh, als endlich die neunzigste Minute um war.“, blickt er zurück. Das Spiel war ein anpfiff-Topspiel und Uwe Storch zitiert lachend aus der Schiri-Bewertung: „(..) Beendete das Geschehen ohne Nachspielzeit, dies sorgte bei den Hausherren für etwas Verwunderung.“ Vier Kilo habe Storch während der noch immer andauernden Zwangspause bereits zugenommen. Wenn sich diese auf 193 cm verteilen, lässt sich das sicher verkraften. Aber nicht nur deswegen sehnt er sich auf den Platz zurück: „Ich gebe zu, es juckt schon gewaltig, wieder auf dem Platz zu stehen!“

Etwa Gutes hat es allerdings auch, dass er selbst nicht auf dem Platz stehen konnte und kann. Er hat mehr Zeit, sich für die Gruppe einzusetzen und organisatorische Dinge anzupacken. Als absoluten Höhepunkt nennt er die 50-Jahr-Feier der Gruppe Steigerwald, die er organisierte. Und für die Festivitäten über seine beruflichen Kontakte mehrere tausend Euro an Sponsorengeldern generierte. Demnächst steht ein Neulings-Wochenendkurs an, der am 16.02. ab 18 Uhr im Sportheim des TSV Burgebrach startet. „Gerade in der letzten Zeit ist es uns gelungen, zu unserer kleinen und familiären Gruppe einige Jugendliche hinzu zu gewinnen. Ich hoffe, dieser Trend hält an. Dafür müssen wir die Werbung intensivieren und aktiv in die Vereine gehen. Ich habe zum Beispiel immer Handzettel mit dem Hinweis auf die Neulingskurse dabei…“, grinst der umtriebige und gut strukturierte Obmann der Gruppe Steigerwald. Für den im Bamberger Land mittlerweile heimischen Hessen heißt es also sinnbildlich: Vom Handkäs zum Handzettel…